Das Wappen der Buchdrucker
Die Bauersche Gießerei datiert die Entstehung des Druckerwappens in ihrem Titel „Aventur und Kunst“ von 1940 auf das Jahr 1466, als Johann Mentelin in Straßburg die erste Bibel in deutscher Sprache (druckte). Im gleichen Jahr verlieh ihm Kaiser Friedrich III. ein Wappen: Hieran scheint die im übrigen unbegründete Sage von der Verleihung eines allgemeinen Buchdruckerwappens anzuknüpfen. 1640 wird in dem Drucker-Zäuner-Tanz, den Martin Rinckhardt für die Leipziger Buchdrucker gedichtet hatte, zum ersten Male der Greif als Druckerwappen erwähnt, während sich in einem von Thimothes Ritzsch verfaßten Festgedicht der früheste Hinweis auf die Sage von der Verleihung des Wappens durch Kaiser Friedrich III. findet. 1654 nahmen die Buchdrucker in Jena als Zeichen ihrer Gesellschaft ein Wappen an (...); dieses erste vollständige Buchdruckerwappen, von dem wir wissen, zeigt im Schilde und auf dem Helm einen Greifen mit den Druckerballen. 1668 verewigte der Dichter Siegmund von Birken im fünften Band seiner zu Nürnberg erschienen Ausgabe des Fuggerschen Spiegels der Ehren des Erzhauses Österreich die inzwischen entstandene Sage von den Ehrungen der Buchdrucker durch Kaiser Friedrich III.:

Dannenhero wurde dieser Kunst Verwandte, anfangs von jedermann beehret und bereichert: wie denn K. Friedrich sie, Gold zu tragen, auch sonsten dem Adel und den Gelehrten gleich, befreyet, und in Sonderheit den Schrift-Setzern einen Adler, den Druckern aber einen Greif, mit dem Druckerballen in der einen Klaue, und beide Wappen mit offenem Helm, verliehen.“

Friedrich III. (* 21. September 1415 in Innsbruck; † 19. August 1493 in Linz) aus dem Hause Habsburg war deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Er war der älteste Sohn Herzog Ernsts des Eisernen aus der leopoldinisch-innerösterreichischen Linie der Habsburger und dessen zweiter Frau Cimburgis von Masowien. Er war mit Eleonore Helena von Portugal, der Tochter des portugiesischen Königs Eduard I. und Eleonore von Aragonien verheiratet. Als Erzherzog von Österreich trägt er den Namen Friedrich V., als König Friedrich IV. und als Kaiser Friedrich III. Mehr bei wikipedia

Die heraldische Form des allgemeinen Buchdruckerwappens stammt wahrscheinlich von dem Heraldiker Caspar Büsching (Büssingius), der es in seiner »Kurzgefaßten Heroldskunst« 1713 beschreibt. Die erste Abbildung des uns bekannten großen Buchdruckerwappens dürfte in Nürnberg 1730 erfolgt sein: »Spörl - Introductio in notit. sign. Typograph«. Das Wappen zeigt im Felde eines deutschen Schildes einen Doppeladler mit zum Fluge gerichteten Flügeln, der Winkelhaken und Tenakel (= Manuskripthalter) hält. Über dem Schild sieht man einen offenen Helm, welcher die Krone trägt. Auf der Krone des Helms steht ein wachsender geflügelter Greif nach rechts gekehrt, welcher in seinen Klauen zwei aufeinander gesetzte Buchdruckerballen trägt. Offene Helme durften nur adlige Familien oder solche Personen führen, welche aus besonderer Gnade des Kaisers oder hoher Landesherren Adelsprivilegien genossen. Hiervon mag die Meinung kommen, der vielgenannte Kaiser Friedrich III. habe die Buchdrucker »adelgleich« gemacht. Auch Mentels Wappen hatte keinen offenen Helm. Es hat adelige Buchdrucker gegeben, die für ihre Person den offenen Helm geführt haben, doch liegt kein Grund vor, diese Auszeichnung unter die Rechte aller Buchdrucker zu setzen.

Der Greif, das eigentliche Wappentier der Buchdrucker erscheint als Firmenzeichen einiger Drucker schon am Ende des 15. Jahrhunderts. und wird auch heute noch bei vielen Firmen benutzt.